So, frisch aus München wieder da, und nun geht’s an den in den letzten Tagen schon vorbereiteten Artikel
Seit Wochen stellt sich mehr und mehr die Frage in wie weit das Internet eine freie Kommunikationstruktur ist, bleibt, bleiben kann oder jemals war.
Veröffentlichungen geheimer Dokumente gab es schon immer, daran hat Wikileaks oder gar das Internet nichts geändert. Was aber auffällt ist der enorme politische Druck dem Einhalt zu gebieten. Wikileaks Gründer Assange wird mit internationalem Haftbefehl gesucht, was völlig ungeachtet seiner Schuld oder Unschuld bezüglich seiner Anklage definitiv überzogen ist, wurde doch der internationale Haftbefehl von der Interpol ins Leben gerufen um bekannte, hochgefährliche Terroristen, Mörder oder ähnliche Gewaltverbrecher Europaweit ins Visier zu nehmen.
Ich möchte damit nicht sagen dass es Bob Woodward und Carl Bernstein 1972 einfacher hatten als sie den Watergate Skandal aufdeckten, sie wurden zwar bedroht, aber nicht sofort von der Polizei gejagt. Obwohl, so muss man feststellen, ihre Veröffentlichungen weitaus größere Ausmaße hatte als die sogenannte #cablegate -Affäre heute durch wikileaks. Immerhin kostete “Watergate” Nixon damals das Amt des US-Präsidenten.
Watergate wurde damals als großer Sieg der Pressefreiheit heute wird wikileaks in der Öffentlichkeit kriminalisiert, Großkonzerne wie Amazon, Mastercard und Paypal stellen die Zusammenarbeit ein und oben drauf sperrt die amerikanische Luftwaffe die Internetseiten von spiegelonline, The Times und dem Guradian, weil sie über die wikileaks Enthüllungen berichteten. Erschreckend was alles was alles angestellt wird um einer kleinen Seite den gar aus zu machen. Zugegeben, die “Rache”-Aktion “Operation Payback” trägt nicht grade dazu bei wikileaks als journalistische Organisation darzustellen die sie eigentlich ist, dennoch zeigt die Motivation wie wichtig vielen die freie Informationsweitergabe im Netz ist.
Doch nicht nur vom politischen Ufer droht dem Internet eine Beschneidung der Freiheit. Einige große Telekommunikationsanbieter wie z.b. die Deutsche Telekom, aber auch einige US-Unternehmen drängen dazu einen der wichtigsten Grundsätze des www at acta zu legen: die Netzneutralität.
Netzneutralität heißt einfach gesagt: “Alle Pakete sind gleich”. Egal woher ein Datenpaket kommt, egal was es beinhaltet und egal wo es hingeht, es ist immer gleich zu behandeln, nichts wird vorrangig weiter geroutet, nichts zurückgehalten, es gibt keine schnelleren Routen für die extra abkassiert werden kann.
Grade letzteres stört verständlicherweise Obermann & Co, grade in den USA eskaliert zur Zeit ein Streit zweier Netzanbieter, da einer der beiden einen Videodienst betreibt, und dadurch vergleichsweise viel Traffic im Netz des Konkurrenten verursacht. Bis dato wurden sich etwaiige Gebühren gegenseitig erlassen. Es bleibt abzuwarten wie weit die Lobbys den Druck auf die Politik erhöhen und wann (nicht ob) hierzulande die Regierung einknickt. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und der FDP wurde noch eine Unterstützung der Netzneutralität beschlossen.
So oder so, im Internet zieht ein Shitstorm, ach quatsch, ein Sturm auf. Viele sind zurecht verärgert über die Zensur und Restriktionsversuche der Regierungen um irgendwie das Internet unter ihre Kontrolle zu bekommen. Viele werden sich wehren, die nächsten Jahre im Netz werden sicher spannend, aber wahrscheinlich nicht unbedingt rosig.
“Begonnen, der Angriff der Internetausdrucker hat!”
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